|
Redaktion -
Nachrichten Kreis Gießen
|
Geschrieben von: Anzeigerlokal
am: Donnerstag, 22. April 2010 um 20:09 - Gelesen: 1794 mal
|
|
Beim Festakt zur Amtseinführung der neuen Marburger Uni-Präsidentin Prof. Katharina Krause ist es zu einem Eklat gekommen. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) brach am Donnerstag ihre Festrede wegen protestierender Studenten ab. Nach Angaben der Staatskanzlei in Wiesbaden verließ sie außerdem auf Rat der Polizei den Saal. Die Veranstaltung wurde anschließend ohne die Ministerin fortgesetzt. Zu weiteren Zwischenfällen kam es nicht.
Als Kühne-Hörmann ihre Rede beginnen wollte, kam es auf den Fluren vor der Aula zu einem Tumult. Dort und vor dem Gebäude hatten sich mehrere Hundert Studenten nach einer Kundgebung versammelt. Im Saal protestierte eine Gruppe von etwa 40 Studenten mit Plakaten und einzelnen Zwischenrufen gegen die Pläne der hessischen Landesregierung, die Mittel für Hochschulen um 30 Millionen Euro zu kürzen. Zuvor war mit der Hochschulleitung verabredet worden, dass sie ihren Protest im Saal „still“ Ausdruck verleihen durften.
Regierungssprecher Dirk Metz (CDU) zeigte sich empört. Es sei „bedrückend, wenn eine solche Feier durch Studierende massiv torpediert wird und die Ministerin unter Polizeischutz durch den letzten Ausgang das Gebäude verlassen muss“. Dies habe mit dem Recht auf Demonstrationsfreiheit und mit geistiger Auseinandersetzung nichts zu tun.
Die Marburger Asta-Vorsitzende Stefanie Fritz bedauerte in ihrer Rede die Störungen. Der Protest richte sich nicht gegen Präsidentin Krause, sondern gegen die drohende Mittelkürzung. „Es darf nicht, auch nicht in finanziell schwierigen Zeiten, an der Lehre gespart werden.“ Wie es zu dem Tumult kam, konnte sie nicht sagen. Offenbar seien einige Studenten von Ordnern daran gehindert worden, in den Saal zu gelangen. Ob dabei Gewalt angewandt wurde, wie von Zwischenrufern behauptet, sei noch nicht klar.
Krause, die sich nicht konkret zu den Protesten äußerte, trat am Donnerstag offiziell die Nachfolge von Prof. Volker Nienhaus an. Er leitete seit 2004 die Philipps-Universität. Die Kunsthistorikerin ist die erste Frau an der Spitze der Hochschule. Sie war Ende November mit großer Mehrheit bereits im ersten Wahlgang des Erweiterten Senats der Uni gewählt worden
|
|
Aktualisiert ( Donnerstag, 22. April 2010 um 20:13 )
|