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Bis zum Boden sind sie verglast, die Büros, die zum Atrium des neuen Rathauses ausgerichtet sind. Das gilt auch für die Räume im Erdgeschoss der Außenfassade. Die Mitarbeiter der Stadt stehen damit unter ständiger Beobachtung, sitzen auf dem Präsentierteller, denn jeder Neugierige kann sich an den Scheiben die Nase plattdrücken, kann manchmal sogar die Schriftzüge auf dem PC erkennen. Vorstellbar ist ein Szenario, dass von außen im Ausländeramt Verhaftungen beobachtet werden können, was dort durchaus vorkommt. Bediensteten gefällt das ganz und gar nicht. Sie haben Alarm geschlagen.
Mit einer Begehung zusammen mit dem Personalrat hat Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann auf diese Beschwerden reagiert und festgestellt, dass an einigen Stellen Nachbesserungen notwendig sind. Zum Beispiel im Jugendamt entstehen Schwierigkeiten durch einen Gang, der durch rechts und links liegende Büros führt, deren Wände aus Glas bestehen. Damit kann jeder Besucher sofort erkennen, wer da gerade bei einem bestimmten Sachbearbeiter sitzt. Das aber kann bei Streitigkeiten innerhalb einer Familie fatale Folgen haben. Also muss das geändert werden. Eine Jalousie muss her. Hier wird sogar daran gedacht, im nagelneuen Haus bauliche Veränderungen auszuführen, indem ein Besprechungsraum mit zwei Büros ausgetauscht wird. Aufwendig ist das bei den leicht zu verschiebenden Wänden allerdings nicht. Blenden als Hilfsmittel Architektonisch ist der gläserne Innenhof eine Augenweide.
Beim ersten Betreten ist Staunen die normale Reaktion. Dabei ist der quadratische Hof eher schlicht gehalten  das viele Glas macht seine Attraktivität aus. Auch sind die Zugänge zu den einzelnen Ämtern sehr übersichtlich. Ein Kunde hat es relativ leicht, sich hier zurechtzufinden. Ob diese Lösung aber auch für die Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen liefert, das steht auf einem anderen Blatt. "Wer möchte schon in einem Glaskasten arbeiten?", war eine der Fragen, die gestellt wurden. Mit Kommentaren hielten sich die Bediensteten der Stadt allerdings eher zurück.
Der Innenhof ist gleichzeitig auch Wartezone mit Bänken, die zur Rast einladen. Das Pausenprogramm könnte dort gleich mitgeliefert werden, denn viele Büros mit Publikumsverkehr sind direkt einsehbar. Und die gehören ausgerechnet zur Ausländerbehörde, einer Abteilung des Ordnungsamtes. Oberbürgermeister Haumann ist klar, dass es hier Möglichkeiten geben muss, Bedienstete, vor allem aber Kunden, vor fremden Blicken zu schützen. "Möglichkeiten dafür gibt es", berichtete Magistratsprecherin Franziska Lodde. Wie das genau mit Hilfe bestimmter Blenden geschehen kann, das soll nach ihren Worten jetzt herausgefunden werden.
Dadurch entsteht aber gleich ein neues Problem: Es ist zu dunkel tief unten im Innenhof. Das ist schon jetzt so, denn ohne künstliches Licht kann auch heute, ohne Abblendungen, selbst mitten am Tag in diesen Büros nur schwerlich gearbeitet werden. In der Arbeitsstättenverordnung heißt es, dass Büros ausreichend mit Tageslicht versorgt sein müssen. Konkrete Angaben, in welchem Maß das genau zu geschehen hat, gibt es dabei nicht. Dies berichtete die Pressestelle des Regierungspräsidiums. Danach ist das Ermessenssache des Arbeitgebers, dazu gibt es nur Empfehlungen. Das Lichtproblem im Innenhof entsteht trotz des Glasdachs auch in den höheren Etagen, die ebenfalls bis zum Boden verglast und vom Publikum von den Aufgängen aus einsehbar sind. Nicht alle Beschäftigten sind übrigens mit dieser Situation unzufrieden. Manche fühlen sich sogar ausgesprochen wohl in dieser Umgebung, wie das ausgerechnet Mitarbeiter des Ordnungsamtes berichteten, das gleich von zwei Seiten einsehbar ist. Manche Kollegen haben schon in den ersten Tagen eine einfache Methode gefunden, sich vor allzu neugierigen Blicken zu schützen, denn sie haben einen Wall von hohen Pflanzen vor ihrem Fenster aufgestellt. Und noch eine Schwierigkeit gibt es im gläsernen Atrium: Bedienstete mit Höhenangst können sich im vierten oder fünften Stockwerk in den "offenen" Büros wenig wohl fühlen. Sie haben schon ein Problem damit, dieses vom Fahrstuhl aus ohne Beklemmungen zu erreichen.
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angestanden. So entstehen zum Beispiel zu dunkle Büros. Immerhin muss hier nur ein Lichtschalter betätigt werden, während in Schilda der Versuch der Bürger misslang, Licht in Säcken in ihr fensterloses Rathaus hineinzutragen.